Erfahrungsbericht: Urlaub im Wohnmobil mit Kindern



Erfahrungsbericht: Sie wollen mit der Familie und den Kindern mit einem Wohnmobil in den Urlaub? Hier finden Sie unsere Erfahrungen über eine Rundreise in einem Wohnmobil mit kleinen Kindern.

Ein toller Aspekt des Urlaubs ist die Vorfreude. Und für mich besonders auch vorab die Urlaubsplanung. Und nach langem hin und her beschlossen wir, unseren Sommerurlaub mit den Kindern im Wohnmobil in den Bergen zu verbringen.

In diesem Erfahrungsbericht soll es um das Reisen im Wohnmobil gehen, und nicht über unsere Reiseroute. Dafür haben wir einen separaten Artikel geschrieben:
Wohnmobil-Rundreise Alpen mit Kinder – Reisebericht für Österreich / Tirol
In einem weiteren Artikel haben wir uns ausführlich den Kosten für den Urlaub mit dem Wohnmobil gewidmet.

Mit Kindern im Wohnmobil in den Urlaub?

Allen Freunden denen wir von unserem Plan erzählten mit einem Wohnmobil in den Urlaub zu fahren waren hellauf begeistert. Getreu dem Motto „toll, besonders für Kinder ist das sicher ein Abenteuer und Erlebnis“.

Wir allerdings waren uns da nicht ganz sicher. 2 Wochen auf engstem Raum mit einem 5 jährigen Mädchen und 2 jährigem Jungen – und wir als Eltern. Kann das gut gehen?

Wohnmobil = Unterkunft auf Rädern

Einen großen Anteil am gelungenen Urlaub hat sicherlich das Wohnmobil. Und so besuchten wir ausreichend vor dem Urlaub erstmal einen nahe gelegenen Wohnmobil-Vermieter und erkundeten zusammen mit den Kindern die unterschiedlichen Fahrzeugtypen.

Die Entscheidung ist dann auf ein Wohnmobil mit Alkoven gefallen. Das ist dieser Schlafplatz über der Fahrerkabine. Uns war es wichtig, dass wir 2 große Betten im Campervan hatten, und diese fest installiert waren. Bei einigen kann man zwar die Sitzmöglichkeiten zum Bett umbauen. Das muss man dann jedoch täglich abends und morgens machen, wir fänden das ziemlich nervig. Anstatt einem großen Doppelbett im hinteren Bereich des Wohnmobils bekamen wir aufgrund eines Schadens des Vormieters am ursprünglich gebuchten Wohnmobil dann jedoch ein Modell mit 2 Einzelbetten, als Doppelstockbett.

2 Einzelbetten als Doppelstockbett im Wohnmobil
2 Einzelbetten als Doppelstockbett im Wohnmobil

Die Ausstattung in solch einem großen Wohnmobil ist toll. Hier mal die wesentlichen Merkmale.

  • Küchenzeile mit Arbeitsplatte, Waschbecken Gasherd mit 3 Kochflächen sowie ausreichend großer Kühlschrank.
  • Nasszelle – Bad – mit Toilette, Dusche und Waschbecken.
  • Essecke – entweder mit festen Sitzen. Es gibt aber auch Modell bei denen der Fahrer und Beifahrer-Sitz umgedreht werden können.
  • Stauraum. Mehr als ausreichend. Zug Fächer zum unterbringen
  • Fahrradträger für bis zu 4 Fahrräder
  • Kofferraum zum verstauen von unhandlichen Gegenständen (Grill, Dreirad, Stühle, Tich etc.)
  • Ausfahrbare Markise als Sonnenschutz bzw. Terrassenüberdachung
  • Und natürlich die Betten als Schlafmöglichkeiten
  • Heizung (mit dem auch Warmwasser erhitzt wird. Die Heizung funktioniert sehr leicht und sehr schnell und wird über Gas betrieben. Das nutzen der Heizung in der Nacht fand ich schwierig. Auf Stufe wurde es 2 sehr heiß, während die Stufe 1 kaum zu merken war. Da wir im Spätsommer unterwegs waren, war das aber noch noch zu verkraften.
  • Einige Modelle haben noch eine Klimaanlage (unser nur in der Fahrerkabine); und ggf. noch einen Fernseher (hatten + wollten wir nicht)

Für das Leben im Wohnmobil ist dieses also gut ausgestattet. Als Verbauchsmaterialien greift man auf eine 11 Kg Gasflasche sowie einen Wassertank zurück.

Für unsere 2 Wochen war die Gasflasche ausreichend. Wir haben 3x davon gekocht, und sonst nur morgens die Heizung darüber betrieben. Leider wissen wir nicht, wie viel Inhalt am Ende noch drin war, eine Nachfüllung bzw. Austausch der Flasche wäre auf den meisten Campingplätzen aber ohne Probleme möglich gewesen.

Die Rund 120 Liter Frischwasser dienen für die Waschbecken, Dusche und die Toilettenspülung. Das Wasser hat bei uns stets sehr lange gehalten. Zudem gibt es eine Anzeige über den Füllstand so dass man keine Befürchtung haben muss das das Wasser plötzlich ausgeht.

Für die Innenraum-Beleuchtung gibt es auch eine separate Batterie mit der die ausreichend vorhandenen Lichter funktionieren. Über einen 12-Volt-Anschluss (so einer der in einen Zigaretten-Anzünder beim Auto passt) kann man auch Strom von der Batterie für andere Geräte nutzen.

Möchte man die normalen Steckdosen nutzen, so muss man das Fahrzeug jedoch von Außen mit Strom versorgen. Auf den meisten Campingplätzen gehört ein Stromanschluss jedoch zum Standard der Stellplätze und kann ganz leicht ans Wohnmobil angeschlossen werden.

Utensilien fürs Kochen, Töpfe, Besteck und Geschirr müssen jedoch komplett selber mitgebracht werden. Zumindest war das bei uns der Fall. Da wir aber von zu Hause starteten war das kein Problem. Es benötigt aber durchaus vorab einige Planung um an alles zu denken. Na gut, man könnte ja auch unterwegs alles kaufen), aber wenn man zb die Kaffeemaschine vergessen hat, möchte man sicherlich keine neue vom Urlaubsbudget kaufen.

Es mag Vermieter geben bei denen es Bettwäsche und Bettzeug gestellt wird, fraglich aber, ob man das wirklich nutzen möchten. Bei uns jedenfalls war keins dabei und wir haben einfach normale Bettlaken sowie unsere Bettdecken und Kissen mitgenommen.

Platz und Größe im Wohnmobil

Der Platz im Wohnmobil ist ausreichend. Besonders beim Urlaub mit kleinen Kindern kann man sich auch zu 4 im Inneren ganz gut bewegen. Einen kompletten Regentag könnte man da sicherlich im Innenraum zusammen aushalten.

Die Größe der Nasszelle und besonders der Dusche fällt jedoch relativ klein aus. Zähneputze oder die Benutzung der Toilette klappt ganz gut, aufs Duschen haben wir dann jedoch verzichtet. Da wir eh jeden Tag auf Campingplätzen waren, haben wir dann hier meist die Sanitärenanlagen genutzt. Theoretisch ist Duschen aber kein Problem.

Bad im Wohnmobil - Dusche, Toilette und Waschbecken
Bad im Wohnmobil – Dusche, Toilette und Waschbecken

Der restliche Innenraum wie die Betten und Sitzecke haben für 4 Personen eine ausreichende Größe. Wenn man zudem wie wir im Sommer unterwegs ist, wird man sicherlich eh versuchen sich viel im Freien aufzuhalten und auch die Mahlzeiten auf Campingstühlen draußen zu verbringen.

Sitzecke im Inneren - Bank und Tisch als Sitzgelegenheit im Wohnmobil
Sitzecke im Inneren – Bank und Tisch als Sitzgelegenheit im Wohnmobil

Wenn man im Sommer unterwegs ist und einen Grill dabei hat, so benötigt man unter Umständen den Herd auch nicht wirklich. Wir hatten ihn lediglich 3 mal im Einsatz. Die Bedienung ist dabei recht einfach und auch mit den 3 Platten kann man parallel ganz gut arbeiten. Richtig aufwändige Gerichte würde ich da jedoch nicht unbedingt zubereiten wollen, für schnell mal was einfaches Kochen zum Mittag reicht es aber vollkommen.

Küche im Wohnmobil - Gas-Herd, Waschbecken und Mini-Arbeitsplatte
Küche im Wohnmobil – Gas-Herd, Waschbecken und Mini-Arbeitsplatte

Stauraum

Sehr gestaunt haben wir über den verfügbaren Stauraum im Inneren des Fahrzeugs. Statt mit Koffern oder Reisetaschen zu reisen haben wir daheim unsere Kleidung gleich auf die entsprechen Fächer aufgeteilt. Wir hatten diesmal deutlich zu viel Kleidung dabei – ein Zeichen dass die vorhandenen Schränke sehr großzügig dimensioniert waren und wir viel Platz hatten.

Stauraum im Wohnmobil -Fächer und Schrank für Kleidung
Stauraum im Wohnmobil -Fächer und Schrank für Kleidung

Bei den vielen Fächern, Türen und Schränken kann man aber schnell den Überblick verlieren wo man was abgelegt hatten und so verbachten wir doch einige Zeit nach der Suche nach irgendwelchen Dingen weil wir nicht immer gleich wussten, wo wir das ganze abgelegt hatten.

Die meisten Wohnmobile haben noch einen Kofferraum an Board. Je nach Ausführung kann dieser recht groß sein. Durch unserer Doppelstockbett im hinteren Bereich war er es nicht ganz, dennoch haben wir hier vieles unterbekommen.

Kofferraum im Wohnmobil
Kofferraum im Wohnmobil

Verdunkelung – Innenraum Abdunkeln?

Gute Nachricht für alle Familien mit Kindern: Der Innenraum des Wohnmobils kann leicht komplett verdunkelt werden (und damit dafür gesorgt werden, dass Kleinkinder im Urlaub noch nicht plötzlich 05:30 wach sind). Jedes Fenster oder Dachlucke ist sowohl mit einem Insektenschutzgitter sowie einem Verdunkelungsrollo ausgestattet.

Fahren mit dem Wohnmobil

So ein Wohnmobil beruht auf einem Transporter und fährt sich prinzipiell auch wie solch einer. Wer also schon mal zb beim Umzug oder aus dem Baumarkt sich einen ausgeliehen hat und damit gut klargekommen ist, wird es auch mit dem Wohnmobil. Zudem bieten die meisten Wohnmobil-Vermieter relativ neue Fahrzeuge an die sich entsprechend gut fahren. Da braucht man keine Angst zu haben.

Einzig die Größe des Wohnmobils erfordert beim Fahren etwas Aufmerksamkeit. Zb. muss man beim engen rangieren etwas auf den Alkoven – also den Überbau über der Fahrerkabine – aufpassen. Zudem sind die Wohnmobile meist sehr lang. Unser hatte eine Länge von ca. 7 Metern. Hinzu kommt der ausgeklappte Fahrradträger mit zusätzlich einem Meter. Beim Fahren merkt und stört dies nicht. Lediglich beim Parken. Beim Rückwärtsfahren sieht man nämlich nur in den Außenspiegeln etwas. Da unser Model nicht mal eine Rückfahrkamera hatte, waren wir hier teilweise Blind. Wir hatten zudem nicht mal einen Abstandwarner beim Rückwärtsgang. Die Lösung war dann, dass der Beifahrer aussteigen und lotsen muss. Aber Achtung: Frauen können das natürlich nicht. Finden zumindest die Männer. Und so kann hier Urlaubsstreit vorprogrammiert sein 😉

Im Wohnmobil während der Fahrt laufen oder liegen? Das ist natürlich verboten. Vorne hat man eh zwei ganz normale Sitzplätze und hinten im Innenraum sitzt man einfach auf der Bank der Sitzecke. Hier gibt es auch ausreichend Sitzgurte. Wenn man mit Kindern unterwegs ist benötigt man meist noch Kindersitze. Wir haben einen vorne auf dem Beifahrersitz befestigt und den anderen hinten in der Sitzecke.

Kindersitz-Befestigung im Wohnmobil
Kindersitz-Befestigung im Wohnmobil

Unterwegs – Mit dem Wohnmobil auf Reisen

Wenn man sich etwas dran gewöhnt hat ist das Fahren recht angenehm. Man sitzt etwas erhöht und hat dadurch einen prima Überblick.

Auch langes reisen auf der Autobahn ist kein Problem. Auch bei Geschwindigkeiten von bis zu 140 kmh fährt sich noch alles recht entspannt. Unsere Reisgeschwindigkeit hat sich auf der Autobahn so bei 120 eingependelt. Auf normalen Bundesstraßen ist 90/100 auf stets gut zu fahren.

Einzig das Fahren in engen Kurven oder Serpentinen in den Bergen kann etwas unangenehm werden.

Kurven und Serpentinen - Mit dem Wohnmobil in die Berge
Kurven und Serpentinen – Mit dem Wohnmobil in die Berge

Wenn man diese jedoch mit ausreichend und Ruhe und niedriger Geschwindigkeit fährt, ist das meist kein Problem. Wenn auf schmalen Straßen mit Berg auf der einen, und Abhang auf der anderen Seite einem jedoch ein großer LKW oder Bus entgegenkommt, geht der Puls jedoch schon mal etwas in die Höhe.

Fazit: Urlaub im Wohnmobil mit Kindern

Ein Urlaub im Wohnmobil ist eine tolle Sache und auch mit kleinen Kindern macht es Spaß. Genügend Platz im Innenraum, viel Stauraum und alles was man zum überleben benötig hat man anbei. Man ist zudem sehr flexibel unterwegs.

Würden wir solch einen Urlaub wiederholen? Definitiv ja! Vielleicht nicht jedes Jahr, aber wenn die Kinder etwas größer sind glaub ich schon, dass wir noch mal mit einem Wohnmobil verreisen werden.

Hier gehts zu unserem eigentlichen Reisebericht: Wohnmobil-Rundreise in die Alpen mit Kindern und hier haben wir die Kosten fürs Wohnmobil mieten aufgeschlüsselt.

Erfahrungsbericht: Urlaub mit Kindern im Wohnmobil
Erfahrungsbericht: Urlaub mit Kindern im Wohnmobil


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